Schwefeldioxid

Schwefeldioxid weist einen typischen intensiven Geruch auf und ist schon sehr lange vor einer gesundheitlichen Gefährdung wahrnehmbar. Es ist ein saures Reizgas und wirkt vorwiegend auf die Schleimhäute der Atemwege und Augen. Ein unbemerktes Auftreten kann daher ausgeschlossen werden, weil es auch in geringen Konzentrationen zu Reizungen führt. Schwefeldioxid behindert in hohen Konzentrationen den natürlichen Gasaustausch in den Lungen von Menschen und Tieren, es kann zu Belastungen für Herz und Kreislauf kommen und wirkt in sehr hohen Konzentrationen tödlich.

Pflanzen reagieren empfindlich auf Schwefeldioxid. Schon bei niedrigen Konzentrationen beginnt das SO2, die Schließbewegungen der Spaltöffnungen an der Unterseite der Blätter zu hemmen oder gar ganz zu verhindern. Wenn Blätter die Spaltöffnungen nicht mehr schließen können, wird es für die Pflanze unmöglich, ihre Transpiration und damit ihren Wasserverlust zu regulieren, so dass die Pflanze nicht am SO2, sondern am Wassermangel welkt.

Aufgrund der vorhandenen Sicherheitseinrichtungen, Sicherheitsvorkehrungen und Notfallmaßnahmen kann eine derartige Gefährdung, wenn überhaupt, nur kurzzeitig auftreten.

Dennoch ist es wichtig, die Verhaltensregeln zu kennen und zu befolgen. Wenn Sie von einem Unfall erfahren, beachten Sie bitte die Sicherheitshinweise und befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte.

Zur Webseite
 | Bioenergie - AustroCel Hallein

Energie und Abwasser


Energie aus biologischen Brennstoffen

Herzstück der Energieerzeugung am Standort ist der so genannte Laugekessel mit 90 Megawatt thermischer Leistung und Gegendruckdampfturbine. Die aus dem Kochprozess resultierende verbrauchte Kochsäure (Ablauge) beinhaltet Harze, Hemi-Zellulose und Lignin mit hohem Brennwert. Zunächst wird die Ablauge in einer Eindampfanlage auf einen Trockengehalt von bis zu 60 Prozent eingedickt und dann verbrannt. Bei der Verbrennung entstehen Dampf für die Produktion und Grünstrom für den Eigenbedarf. Gleichzeitig werden die Chemikalien der Kochsäure zu einem großen Teil zurückgewonnen.

Der Standort investierte im Jahr 2005 rund 36 Millionen Euro in den Bau eines Biomasse-Heizkraftwerkes (BMHKW). 30 Megawatt thermische Leistung verlangen nach 15 Tonnen Brennstoff stündlich. Ein großer Teil des Brennstoffbedarfs wird aus internen Reststoffen der Fabrik bedient, zum Beispiel Rinde und Feinstoff vom Holzplatz, Rejekte aus der Zellstoffproduktion und Schlamm der Abwasserbehandlung. Zusätzlich kommt Waldrundholz und Waldhackgut aus der Region zum Einsatz.

Bioenergie - Ökostrom und Fernwärme für Salzburg

Ökostrom und Fernwärme für Salzburg

Heute versorgt das Kraftwerk den Betrieb mit Produktionsdampf, liefert Ökostrom und Fernwärme in das öffentliche Netz. Und das BMHKW trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaziele in Österreich bei. Fossiler Brennstoff wie Erdgas kommt nur noch für die Stützfeuerung beim Anfahren nach Stillständen zum Einsatz. Der Anteil biogener Brennstoffe am Gesamtverbrauch des Standortes liegt heute bei 99,6 Prozent. Aus Filtraten der Zellstofffabrik erzeugen wir in einem innovativen Verfahren der Fermentation Biogas und verarbeitet dieses in einem Blockheizkraftwerk seit Dezember 2016 auch zu Ökostrom und Fernwärme. Damit zählt das Werk zu den größten Erzeugern von Bio-Energie in Österreich und versorgt in der Region bis zu 26.308 Haushalte mit Grünstrom und 11.176 Haushalte mit Fernwärme.

Abwasserbehandlung für eine grüne Salzach

Nach der anaeroben Biogas-Anlage wird der Ablauf einer biologischen Kläranlage zugeführt. Im Belebungsbecken (Belebtschlamm) können aerobe Kleinstlebewesen (Biofilm auf Trägerkörper) unter ständiger Luftzufuhr die im Wasser noch vorhandenen biologischen Verunreinigungen abbauen. In einem Nachklärbecken wird der Schlamm durch Absetzen aus dem Wasser getrennt, in einer Schlammpresse entwässert und im Biomasse-Heizkraftwerk verbrannt. Durch einen zwei Kilometer langen Kanal gelangt das gereinigte Abwasser unterhalb von Hallein in die Salzach.

Die Fakten

96 GWh

Grünstrom

100.000

Festmeter Energieholz

110 GWh

Fernwärme

27.000

mit Grünstrom versorgte Haushalte

13.000

mit Fernwärme versorgte Haushalte

200.000

Abwasserreinigung in EW